Märchen

Das neue Märchen von Hänsel und Gretel

Autoren: Boris Bakal and Pavle Perković
Geeignet für Kinder ab neun Jahren, berührt selbst die erfahrensten Herzen
Mitgestaltet von Kindern in den Vereinigten Arabischen Emiraten – weiterentwickelt durch das Feedback von Kindern weltweit

Aus Angst kann Mut werden und aus Mut Liebe.

Nach dem Verlust ihrer Mutter fällt es Hänsel und Gretel schwer, mit ihrer Trauer umzugehen und sich in das neue Leben mit ihrem Vater und dessen neuer Frau einzufinden. Die Geschwister, die ihre Trauer auf unterschiedliche Weise bewältigen, kommen auf ein strenges Internat, wo sie schließlich wieder lernen, zu lieben und zu vertrauen.

DAS NEUE MÄRCHEN VON HÄNSEL UND GRETEL
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Figuren

Gretel

Gretel ist mutig, neugierig und voller Fragen. Seit dem Tod ihrer Mutter trägt sie Trauer und Wut in sich, und es fällt ihr schwer, anderen, insbesondere erwachsenen Bezugspersonen, zu vertrauen. Obwohl sie sich oft furchtlos gibt und gegen die als unsicher empfundene Welt rebelliert, zeigt sich ihre wahre Stärke erst, als sie sich ihren Gefühlen stellt. 

Hänsel

Hänsel ist nachdenklich, sanft und still. Er bewältigt seinen Kummer, indem er sich zurückzieht. Trost findet er in Routinen und kleinen Freuden, wie etwa dem Essen. Im Laufe der Geschichte entdeckt er, dass das Sich-Öffnen manche Wunde heilt, die die Einsamkeit nicht heilen kann. Er lernt, dass Verletzlichkeit keine Schwäche ist, sondern eine Chance, sich mit anderen zu verbinden. 

Der Vater

Ein liebevoller, gütiger Mann, der sich trotz seiner Trauer bemüht, für seine Kinder zu sorgen. Er liebt sie über alles, stellt aber bald fest, dass es nicht genügt, nur körperlich anwesend zu sein, sondern auch emotionale Präsenz gefordert ist. An seiner Figur lernen wir, dass Fehler zu machen kein Zeichen von Lieblosigkeit ist, sondern von Menschlichkeit. 

Die Stiefmutter

Die Stiefmutter ist liebenswürdig und wohlwollend. Sie liebt den Vater, jedoch fällt es ihr schwer, eine Beziehung zu Hänsel und Gretel aufzubauen. Trotz ihrer guten Absichten kann sie den Kindern nicht ersetzen, was sie verloren haben. Sie lehrt uns, dass Mitgefühl Anstrengung und Geduld erfordert. 

Die Hexe

Die Betreuerin im Internat, zunächst als „Hexe“ gefürchtet, stellt sich bald als weise, geduldige und gütige Frau heraus. Sie hört zu, ohne zu urteilen, bietet Unterstützung und hilft den Kindern, wieder Vertrauen zu fassen, sowohl zu sich selbst als auch zu anderen. Sie beweist, dass Erwachsene verlässliche Verbündete sein können, trotz gegenteiliger Erfahrungen in der Vergangenheit. 

Themen

Vertrauen und Heilung

Hänsel und Gretel glauben, dass Liebe immer mit Verlust oder Verrat endet. Dank der „Hexe“ erkennen sie jedoch, dass nicht jeder Erwachsene sie verletzen oder verlassen wird. Ihr Heilungsprozess beginnt, als sie es wagen, wieder Vertrauen zu fassen. 

Wut und Trauer

Gretel wirft mit Steinen und Hänsel isst heimlich: Die Trauer der Geschwister nimmt jeweils unterschiedliche Gestalt an. Ihre Geschichte zeigt uns, dass Wut und Traurigkeit keine Schande sind, sondern Hinweise auf Verletzungen, die Zuwendung bedürfen, keiner Bestrafung.

Der Mut, Nähe zuzulassen

Das Mutigste, das Hänsel und Gretel tun, ist, ihre Abwehrhaltung aufzugeben und sich zu öffnen – gegenüber einander und gegenüber anderen. Wahrer Mut besteht darin, andere an sich heranzulassen und zu entdecken, dass Liebe auch zurückkommen kann. Erst als sie sich aus ihrer Deckung herauswagen, finden sie eine Gemeinschaft, in der sie dazugehören, so wie sie sind.

Liebe als Sicherheit, nicht als Angst

Hansel und Gretel haben gelernt, zu erwarten, dass Liebe verschwindet und dass Zuneigung zerbrechlich, bedingt oder gefährlich ist. Mit der Zeit entdecken sie eine andere Art von Liebe: eine, die beständig, geduldig und sicher ist. Eine Liebe, die nichts zurückfordert, sondern einfach bleibt. Ihre Geschichte zeigt, dass Liebe nichts ist, das man sich verdienen oder fürchten muss, sondern etwas, das dich halten, schützen und beim Wachsen unterstützen kann.