{"id":2010,"date":"2025-09-24T16:52:07","date_gmt":"2025-09-24T14:52:07","guid":{"rendered":"https:\/\/twistedtales.tv\/there-is-nothing-twisted-in-the-twisted-tales-universe\/"},"modified":"2026-02-04T11:20:20","modified_gmt":"2026-02-04T10:20:20","slug":"im-twisted-tales-universum-ist-nichts-verdreht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/twistedtales.tv\/de\/im-twisted-tales-universum-ist-nichts-verdreht\/","title":{"rendered":"Im Twisted Tales-Universum ist nichts verdreht"},"content":{"rendered":"\t<div class=\"lg:grid lg:grid-cols-6 lg:gap-6.25 pb-10.5\">\r\n\t\t<div class=\"lg:col-span-4 lg:col-start-2\">\r\n\t\t\t<h1>Im Twisted Tales-Universum ist nichts verdreht<\/h1>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Von <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Kristina Te\u0161ija<\/span><\/p>\n\t\t<\/div>\r\n\t<\/div>\r\n\n\n\t<div class=\"lg:grid lg:grid-cols-6 lg:gap-6.25\">\r\n\t\t<figure class=\"lg:col-span-4 lg:col-start-2\">\r\n\t\t\t\t\t\t\t\r\n\t\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/twistedtales.tv\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1-scaled.png\" alt=\"\" class=\"lazyload w-full block\" loading=\"lazy\">\r\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\r\n\t\t<\/figure>\r\n\t<\/div>\r\n\n\n\t<div class=\"lg:grid lg:grid-cols-6 lg:gap-6.25 pb-10.5\">\r\n\t\t<div class=\"lg:col-span-4 lg:col-start-2\">\r\n\t\t\t<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><strong>Im Twisted-Tales-Universum ist nichts verdreht; alles ist genau so, wie es sein sollte.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">An die gebundene Ausgabe des \u201everdrehten\u201c M\u00e4rchens <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Cinda Real<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> (<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Dora Vagi\u0107 und Sara Bo\u017eani\u0107<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">) gelangte ich eher zuf\u00e4llig, als praktische L\u00f6sung des Problems \u201eWas schenke ich den Kindern meiner Freund*innen?\u201c. Vielleicht eine Geschichte, die sich das M\u00e4rchen <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Cinderella<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> (die Disney-Adaption des Grimmschen Klassikers Aschenputtel) vornimmt und eine Alternative dazu entwirft, die zudem bereichert wird durch verspielte, traumgleiche und doch so greifbare Illustrationen (<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Dalibor Kazija<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">)? Dieses Buch erschien mir sofort als eine ausgezeichnete Wahl f\u00fcr Jungen und M\u00e4dchen, die zu einf\u00fchlsamen und mutigen jungen Menschen heranwachsen sollen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Irgendwo habe ich einmal die Behauptung aufgeschnappt, dass aus lesenden Kindern sp\u00e4ter denkende Erwachsene werden. Ich habe diesen wohlklingenden Satz oft benutzt, um meine Sch\u00fcler*innen zum Lesen zu animieren, aber inzwischen frage ich mich immer \u00f6fter: Wie k\u00f6nnen wir daf\u00fcr sorgen, dass Kinder zu Menschen heranwachsen, die nicht nur denken, sondern auch f\u00fchlen und mitf\u00fchlen? Welche Geschichten sollten wir ihnen auf welche Weise erz\u00e4hlen, wie ermutigen wir sie dazu, ihre eigene Geschichte zu erz\u00e4hlen, aber auch denen zuzuh\u00f6ren, die anders sind, den Geschichten anderer, und sich in ihnen wiederzufinden?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Nachdem ich das Bilderbuch <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Cinda Real<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> fertig gelesen hatte, besuchte ich die auf dem R\u00fcckdeckel des Buchs genannte Website von Twisted Tales und entdeckte dort ein ganzes Universum voller Ideen, die mir mit diesen Fragen weiterhelfen k\u00f6nnen. Auf der Suche nach Antworten entschied ich, mich dem Projekt subjektiv zu n\u00e4hern und es aus unterschiedlichen eigenen Perspektiven zu betrachten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><strong>1. PERSPEKTIVE: Als Kulturarbeiterin mit jahrelanger Erfahrung in der Konzeption und Umsetzung von Projekten auf nationaler und europ\u00e4ischer Ebene<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich fange ganz allgemein mit dem Projekt selbst an. Was ist Twisted Tales? Aus welcher Idee ist es entstanden, und welche Fr\u00fcchte hat es getragen? Die Autor*innen selbst beschreiben Twisted Tales kurz und knapp als ein Projekt zur zeitgen\u00f6ssischen Neuinterpretation klassischer M\u00e4rchen \u2013 ein Ausdruck, der einerseits an neuartige, innovative Ans\u00e4tze denken l\u00e4sst, andererseits aber auch reichlich Raum f\u00fcr einfallslose, bequeme und altbew\u00e4hrte Ans\u00e4tze bietet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Aus meiner Berufserfahrung wei\u00df ich, dass im sich Laufe eines Projekts die urspr\u00fcngliche Idee oft in etwas v\u00f6llig anderes verwandelt \u2013 unter dem Einfluss einer ganzen Reihe von Faktoren: etwa eine nur teilweise oder nicht ausreichende Finanzierung, zu viel Verwaltungsaufwand, Arbeitsdynamiken und Ver\u00e4nderungen im Projektteam, Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifizierten Mitwirkenden, aber auch nach Teilnehmer*innen f\u00fcr die Projektaktivit\u00e4ten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich verrate euch ein Geheimnis: Um sich erfolgreich f\u00fcr (europ\u00e4ische) Kulturprojekte zu bewerben und diese umzusetzen, ist es nicht zwingend n\u00f6tig, Expert*in f\u00fcr das Thema des Projekts zu sein. Nicht selten werden Projekte von Projekt-Profis durchgef\u00fchrt \u2013 Leuten, die dem Kunst- und Kulturbereich eng verbunden sind, aber im Laufe der Zeit eher pragmatisch geworden sind. Diese Leute k\u00f6nnen im Projektjargon denken, sie k\u00f6nnen jede Idee in einen Text \u00fcbersetzen, der den Anforderungen des Antragsformulars entspricht. F\u00fcr sie ist es in erster Linie ein Job, m\u00fchelos produzieren sie Formulierungen wie \u201ezeitgen\u00f6ssische Neuinterpretation klassischer M\u00e4rchen\u201c, nur leider bleibt von ihnen, sobald das Projekt beendet ist, \u2013 ich wage es zu schreiben \u2013 oft nichts als einen Haufen digitaler Altlasten und M\u00fcll.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Deshalb gen\u00fcgt es nicht, nur an den Namen und die Beschreibung des Projekts, an die Projektidee und den Projektjargon zu glauben. Diese sind verf\u00fchrerisch und tr\u00fcgerisch und in Wahrheit nichts als ein Feigenblatt, das die Unzul\u00e4nglichkeiten in der Methodik, in der Umsetzung und im Inhalt verdeckt. Stattdessen sollte man sich das anschauen, was Kultur-, Kreativ- und Bildungsprojekte f\u00fcr Kinder und Jugendliche regelm\u00e4\u00dfig hinterlassen: Wie lang ist die Lebensspanne der Materialien, wen erreicht man damit und was haben Kinder oder Jugendliche letzten Endes davon?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das Paket, das mit der Umsetzung von Kulturprojekten f\u00fcr Kinder und Jugendliche \u00fcblicherweise einhergeht, umfasst oft den obligatorischen Druck einfallsloser Brosch\u00fcren, in denen auf Logos und Disclaimer mehr Wert gelegt wird als auf den Inhalt, sowie die Erstellung von Websites und Social-Media-Profilen, deren Lebensdauer gerade so lang ist wie die Dauer des Projekts, die anschlie\u00dfend als digitales Relikt zur\u00fcckbleiben und als Nachweis daf\u00fcr dienen, dass \u201eeine Ma\u00dfnahme tats\u00e4chlich stattgefunden\u201c hat. Was au\u00dferdem bleibt, sind Belege in Form von Papier, Anwesenheitslisten, offiziellen Fotos, aber auch das Gef\u00fchl, das prek\u00e4re Kulturarbeiter*innen nur zu gut kennen: dass viele Projekte blo\u00df mechanisch durchgef\u00fchrt werden und der einzige tragende Gedanke, nachdem die Projektmittel bewilligt wurden und die Durchf\u00fchrung beginnt, scheinbar darin besteht, das Ganze m\u00f6glichst schmerzfrei zu Ende zu bringen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Betrachten wir die Resultate des Twisted-Tales-Projekts, wird schon beim ersten Besuch der Website sowohl die Idee als auch die Vision deutlich, w\u00e4hrend die im Laufe des Projekts entstandenen Materialien spielerisch und leicht zug\u00e4nglich pr\u00e4sentiert werden. Besucher*innen, die mit klassischen Projektwebsites vertraut sind, d\u00fcrfte das Fehlen von Projekt-Jargon und Texten, wie sie in Antr\u00e4gen und Berichten zu finden sind, \u00fcberraschen. Hier finden sich keine Biografien der Projektverantwortlichen, keine generischen Beschreibungen von beteiligten Organisationen und Institutionen. Die Vision und die Idee sind nicht blo\u00df Worte auf Papier, sondern sie werden durch wohl\u00fcberlegte Inhalte umgesetzt, die auf ihre wichtigste Aufgabe reduziert sind: n\u00e4mlich das Interesse der Besucher*innen am Twisted-Tales-Universum zu wecken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das eingangs erw\u00e4hnte Bilderbuch ist nur ein Teil dessen, was das Projekt hervorgebracht und auf der Webseite zug\u00e4nglich gemacht hat: ein Animationsfilm, M\u00e4rchen zum Anh\u00f6ren, Original-Musik, eine selbst entwickelte kreative Lernmethode, die mittels Materialien f\u00fcr P\u00e4dagog*innen und Eltern verf\u00fcgbar ist, eine Handy-App \u2026 Wichtiger als die Analyse all dieser Materialien erscheint mir aber etwas anderes: n\u00e4mlich die innovativen \u00dcberlegungen dar\u00fcber, wie und in welcher Form das kostbare Material von Twisted Tales genutzt werden kann. Denn es handelt sich dabei nicht blo\u00df um erfundene Geschichten mit einem Anfang und einem Ende \u2013 sondern man kann sie anschauen, anh\u00f6ren, sie umschreiben und f\u00fcr die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen nutzen. Die *twisted Tales* sind kein Kanon, und sie geben sich auch nicht unantastbar. Der Kanon ist verkn\u00f6chert und durchsetzt von patriarchalischen Mustern, die wir erwachsenen Kinder als falsch und letzten Endes unn\u00f6tig erkennen. Die Twisted Tales hingegen verschwinden nicht mit dem Ende des urspr\u00fcnglichen Projekts \u2013 vielmehr besitzt jedes M\u00e4rchen das Potential, sich in Hunderte neuer M\u00e4rchen zu verwandeln, denn partizipative Methoden waren von Anfang an als Prinzip in die Methodik eingeschrieben. Damit kommen wir zur n\u00e4chsten Perspektive &#8230;<\/span><\/p>\n\t\t<\/div>\r\n\t<\/div>\r\n\n\n\t<div class=\"lg:grid lg:grid-cols-6 lg:gap-6.25\">\r\n\t\t<figure class=\"lg:col-span-4 lg:col-start-2\">\r\n\t\t\t\t\t\t\t\r\n\t\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/twistedtales.tv\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/img-content-section-003.svg\" alt=\"\" class=\"lazyload w-full block\" loading=\"lazy\">\r\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\r\n\t\t<\/figure>\r\n\t<\/div>\r\n\n\n\t<div class=\"lg:grid lg:grid-cols-6 lg:gap-6.25 pb-10.5\">\r\n\t\t<div class=\"lg:col-span-4 lg:col-start-2\">\r\n\t\t\t<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><strong>2. PERSPEKTIVE: Als Lehrerin mit Erfahrungen in Bildungseinrichtungen und Leiterin diverser Programme zur Kulturbildung<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Machen wir uns nichts vor: Bei der Ausarbeitung von Projektvorschl\u00e4gen ist Partizipation schon lange keine Empfehlung mehr, sondern Voraussetzung f\u00fcr jegliche Kooperation mit einer beliebigen Gemeinschaft. Partizipation ist in Bildungs- und informellen Prozessen inzwischen so selbstverst\u00e4ndlich, dass sie zum Schlagwort verkommen ist, und ich f\u00fcrchte, dass wir dabei ihre urspr\u00fcngliche Bedeutung vergessen haben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wie also sieht ein partizipativer Prozess mit Kindern und Jugendlichen aus? In welcher Phase sollte man sie einbeziehen und wie? Wie viel Freiheit sollten wir ihnen geben? Wie erhalten wir die Struktur aufrecht und bringen die Geschichte\u00a0\/\u00a0das Projekt zu Ende? Antworten auf diese Fragen finden sich in fast allen Materialien von Twisted Tales. Das Prinzip der Partizipation ist bei Twisted Tales fest verankert: durch die Gespr\u00e4che mit Kindern, deren Ideen, Kommentare und Anmerkungen in das Projekt einflie\u00dfen. Sie ist in den Illustrationen, Animationsfilmen, Stimmen, Sounds und Songs pr\u00e4sent. Und sie erstreckt sich nicht nur auf die vielen Kinder, die an der Umsetzung des Projekts beteiligt waren, sondern auf jedes Kind, das das Bilderbuch in die Hand nimmt (und am Ende des Buches leere Seiten vorfindet, auf denen es seine eigene Geschichte schreiben kann), die Handy-App \u00f6ffnet (wo es die M\u00f6glichkeit hat, ein eigenes Audio-M\u00e4rchen zu kreieren und aufzunehmen) oder an einem Workshop teilnimmt, der auf der von Sara Bo\u017eani\u0107 und Nina Cig\u00fct entwickelten kreativen Twisted-Tales-Lernmethode basiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass auf der Projektwebsite die Namen von mehr als 150 Personen zu finden sind, die an der Erstellung und Produktion der zur Verf\u00fcgung stehenden Inhalte beteiligt waren. Bei Twisted Tales sind die an diesen Prozessen beteiligten Kinder nicht blo\u00df Zahlen auf Anwesenheitslisten oder numerische Indikatoren f\u00fcr eine erfolgreiche Umsetzung. Sie sind Autor*innen, ihre Namen sind wichtig, und jeder Beitrag, egal wie klein er auch sein mag, wird gew\u00fcrdigt. Die aktiven Teilnehmenden \u2013 die Kinder, mit denen und f\u00fcr die das Projektteam die kreativen Prozesse durchlaufen hat \u2013 werden auf diese Weise zu Botschafter*innen des Projekts, verbessern aber auch bei sich selbst F\u00e4higkeiten, die in der Dynamik der institutionellen Bildung oft \u00fcbersehen werden. Ja, diese Kinder dr\u00fccken sich kreativ aus, sie zeichnen, singen und erfinden ihre eigenen Geschichten. Aber mehr noch als kreative und erz\u00e4hlerische F\u00e4higkeiten lernen sie aktives und einf\u00fchlsames Zuh\u00f6ren, das Denken au\u00dferhalb vorgegebener Rahmen und den Dialog mit denen, die wir \u2013 aus welchen Gr\u00fcnden auch immer \u2013 f\u00fcr anders halten.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><strong>3. PERSPEKTIVE: Als Kunstkritikerin und Kulturjournalistin<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Obwohl ich sie erst an dritter Stelle nenne, kann ich dank der Perspektive, die mir meine Rolle als Kritikerin und Journalistin im Kulturbereich bietet, endlich \u00fcber den Inhalt selbst sprechen, dar\u00fcber, was Personen, die nicht direkt an der Umsetzung des Projekts beteiligt sind \u2013 Kinder, Jugendliche und die breite \u00d6ffentlichkeit \u2013, daraus mitnehmen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Der Animationsfilm <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Cinda Real<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> wurde auf \u00fcber zwanzig Filmfestivals ausgezeichnet, und jede dieser Auszeichnungen verteilt sich auf Dutzende Beteiligter, die im Abspann aufgef\u00fchrt sind. Ohne sie g\u00e4be es diesen charmanten, ber\u00fchrenden und unpr\u00e4tenti\u00f6sen Film nicht, eine Collage aus Ton, Bild und Erz\u00e4hlung, in der jedes Element gleich wichtig ist. Cinda zeigt uns k\u00f6rperliche Behinderung nicht als Hindernis, sondern als Herausforderung. Sie zeigt uns die Person hinter der physischen Erscheinung, auch wenn der Film sich in dieser Hinsicht einigen abgedroschenen Klischees nicht entziehen kann. So hat sich beispielsweise die H\u00e4sslichkeit der b\u00f6sen Stiefmutter mit ihren scharfen Gesichtsz\u00fcgen, der gro\u00dfen Nase und der charakteristischen Warze erhalten \u2013 ein offensichtlicher Beweis f\u00fcr die fr\u00fchzeitige \u00dcbernahme von Stereotypen, die der Schwarz-Wei\u00df-Welt klassischer M\u00e4rchen eingeschrieben sind. An dieser Stelle sei darauf verwiesen, dass s\u00e4mtliche Figurenillustrationen Collagen aus Kinderzeichnungen sind. Wenn die b\u00f6se Stiefmutter also eine gro\u00dfe Nase hat, dann deshalb, weil Kinder der Meinung waren, dass sie eine haben m\u00fcsse. Gelernt haben sie dies aus den Geschichten, die ihre Eltern und Gro\u00dfeltern ihnen vorgelesen haben, aus Bilderb\u00fcchern, die sie durchgebl\u00e4ttert haben, noch bevor sie auch nur ein einziges Wort lesen konnten. Ich frage mich, wie lange es wohl dauern wird, bis wir die imagin\u00e4re Analogie \u00fcberwinden, die den Charakter mit \u00e4u\u00dferlicher Erscheinung gleichsetzt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Und dennoch: Was an der Twisted Tale <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Cinda Real<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> \u00fcberrascht, ist die Herangehensweise an die Hauptfigur. Cinda ist hier keine eindimensionale Jungfrau in N\u00f6ten, und ihre k\u00f6rperliche Behinderung wird nie mit ihrem Charakter in eins gesetzt. Unsere Cinderella braucht wirklich keinen Prinzen, der sie rettet; alles, was sie braucht, findet sie in sich selbst. Sie geht zum Ball, weil sie es liebt, zu tanzen, und diese Liebe bricht schlie\u00dflich erfolgreich mit dem Grundkonsens des klassischen M\u00e4rchens, dem Sahneh\u00e4ubchen am Ende, dem Versprechen romantischer Liebe und der \u201eErf\u00fcllung eines jeden M\u00e4dchentraums\u201c: Als der Prinz Cinda einen Heiratsantrag macht, ist sie sichtlich \u00fcberrascht und sagt weder ja noch nein. Stattdessen bekennt sie ihre Wahrheit: \u201eIch bin nur zum Tanzen hier.\u201c So schlicht und in einem Satz aus Fleisch und Blut sprengt Cinda das Klischee der Jungfrau in N\u00f6ten und wird zu einer Figur, mit der sich jedes M\u00e4dchen identifizieren und jeder Junge anfreunden will. Und sicherlich werden alle tagelang die eing\u00e4ngige Schlussmelodie des Films vor sich hinsummen \u2013 ein Lied, das \u2013 \u00dcberraschung! \u2013 ebenfalls eine Sch\u00f6pfung der am Projekt beteiligten Kinder ist.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die anderen Twisted Tales, die als Lese- oder H\u00f6rfassungen in verschiedenen Sprachen verf\u00fcgbar sind, hinterlassen ein \u00e4hnliches Gef\u00fchl. Der auktoriale Stempel auf jedem M\u00e4rchen ist subtil, aber sp\u00fcrbar, so tief die Geschichten auch in den M\u00e4rchen-Archetypen verwurzelt sein m\u00f6gen. In den Figuren erkennt man Werte, Gef\u00fchle und \u00c4ngste, die man selbst vergessen oder verdr\u00e4ngt hat. Das neue M\u00e4rchen von H\u00e4nsel und Gretel (<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Boris Bakal und Pavle Perkovi\u0107<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">) ber\u00fchrt uns mit seiner Ann\u00e4herung an die schweren Themen Verlust, Tod und Trauer und erinnert uns daran, wie oft wir vielleicht ungeduldig mit uns selbst waren und es zu eilig hatten mit unserem eigenen Trauerprozess oder dem anderer. Wir entsinnen uns, dass Kinder manchmal nur jemanden brauchen, der ihnen zuh\u00f6rt, dass sie oft nicht direkt sagen k\u00f6nnen, was sie belastet, dass sie aber immer ein Zeichen geben \u2013 sei es nun unschuldig wie ein Keks oder hart wie ein Stein. In \u00e4hnlicher Weise gemahnt uns <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Rotk\u00e4ppchens zweite Begegnung mit dem Wolf<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> (<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Marko Pejovi\u0107<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">) daran, wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche zu ermutigen, \u00fcber negative und traumatische Erlebnisse zu sprechen, aber auch, dass wir Erwachsene sein wollen, denen sich Kinder gerne \u00f6ffnen, weil sie sicher sind, dass wir sie respektieren und ihnen zuh\u00f6ren. <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Alen und die Wunderlampe<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> (<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Miroslav Mini\u0107<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">) l\u00e4sst uns an Freunde aus der eigenen Kindheit denken, die anders waren, die nicht in die Jungsgruppe passen wollten, die aber etwas Anziehendes an sich hatten, so dass wir sie aus der Ferne bewunderten und uns nicht trauten, auf sie zuzugehen und uns auf ihre Seite zu stellen. Die Geschichte erinnert uns an den Druck, den wir empfanden oder vielleicht bis heute empfinden, unsere Eltern zufriedenzustellen und stolz zu machen, und an die Wahrheit, die, wie ich hoffe, jede*r Erwachsene irgendwann erkennt: dass Geld nicht das ersetzen kann, was uns antreibt, uns erf\u00fcllt, was wirklich uns geh\u00f6rt. Hingegen handelt <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Verena und die Schneek\u00f6nigin <\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">(<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Marko Pejovi\u0107<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">) von den grausamen und einsamen Momenten, die f\u00fcr viele Kinder zum Alltag geh\u00f6ren. Kinder, die wie Verena auf irgendeine offensichtliche Weise anders sind, lernen aus pers\u00f6nlicher Erfahrung schon fr\u00fch, dass die Welt voller Vorurteile, Grausamkeit und Gewalt ist. Dennoch zeichnet dieses M\u00e4rchen die Welt nicht in Schwarzwei\u00df, sondern fokussiert auf eine dramatisch angespannte und schwierige Situation \u2013 das Dilemma zwischen echter Freundschaft und sozialer Akzeptanz \u2013 und erm\u00f6glicht es Kindern so, \u00fcber die Tragweite derartiger Dilemmata aus Verenas wie Konstantins Perspektive nachzudenken.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke der Twisted Tales besteht darin, dass sie sich schwierigen Fragen stellen, ohne dabei die einzig wahren und richtigen L\u00f6sungen anzubieten. Die Figuren haben Gelegenheit, die eigenen sowie die Handlungen anderer zu reflektieren, Mut und Vertrauen in sich selbst zu fassen, aber auch anderen die M\u00f6glichkeit zu geben, nachzudenken, ihre Meinung zu \u00e4ndern, etwas zu lernen. Ja, dies ist vielleicht die wertvollste Botschaft, die wir Kindern mitgeben k\u00f6nnen: dass sie alles, was sie brauchen, in sich selbst finden k\u00f6nnen. Gleichzeitig m\u00fcssen wir solche Botschaften mit Bedacht vermitteln, denn wenn wir dabei die Bedeutung des Anderen und unserer Unterschiedlichkeit, von Gemeinschaft und Kommunikation ausblenden, werden wir nichts erreichen, sondern zuk\u00fcnftige Jugendliche einer wertvollen Erkenntnis berauben: n\u00e4mlich der, dass kein Kind eines anderen Kindes Konkurrent, Feind oder Wolf ist.\u00a0<\/span><\/p>\n\t\t<\/div>\r\n\t<\/div>\r\n\n\n\t<div class=\"lg:grid lg:grid-cols-6 lg:gap-6.25\">\r\n\t\t<figure class=\"lg:col-span-4 lg:col-start-2\">\r\n\t\t\t\t\t\t\t\r\n\t\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/twistedtales.tv\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/3-scaled.png\" alt=\"\" class=\"lazyload w-full block\" loading=\"lazy\">\r\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\r\n\t\t<\/figure>\r\n\t<\/div>\r\n\n\n\t<div class=\"lg:grid lg:grid-cols-6 lg:gap-6.25 pb-10.5\">\r\n\t\t<div class=\"lg:col-span-4 lg:col-start-2\">\r\n\t\t\t<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><strong>PERSPEKTIVE #4: Als Schuldolmetscherin, die jahrelang mit einem tauben Jungen gearbeitet hat<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich habe eine ganze Zeit meines Erwachsenenlebens auf der Schulbank verbracht, in der ersten Reihe am Fenster, neben einem geh\u00f6rlosen Jungen, der dank eines Cochlea-Implantats mit Beginn der Grundschule zum ersten Mal h\u00f6ren konnte, aber auch zum ersten Mal mit gesprochener, geschriebener und Geb\u00e4rdensprache in Ber\u00fchrung kam. Trotz wiederholter Versuche, den Lehrkr\u00e4ften zu erkl\u00e4ren, dass in ihrer Klasse ein Junge sitzt, der, obwohl er stets l\u00e4chelt, h\u00f6flich ist und von seinen Mitsch\u00fcler*innen allgemein gut akzeptiert wird, mit dem Stigma des Andersseins lebt, wurden kaum sp\u00fcrbare Anpassungen f\u00fcr ihn vorgenommen. Jahrelang rief die Lehrerin laut ihre S\u00e4tze, statt die grundlegende Geb\u00e4rdensprache zu verwenden, die die anderen Kinder in der Klasse recht schnell beherrschten. Das Schulpersonal sprach regelm\u00e4\u00dfig mich an und ignorierte den Jungen, und bald schon wurde mir klar, dass es an mir war, die Unterrichtsmaterialien anzupassen und zu entscheiden, bei der \u00dcbersetzung das eine oder andere wegzulassen (wie soll man einem tauben Kind die biblische Geschichte vom Blinden \u00fcbersetzen, der dank der Kraft seines Glaubens sein Augenlicht erh\u00e4lt?).\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Der Sch\u00fcler, mit dem ich arbeitete, war anders aufgrund einer k\u00f6rperlichen Behinderung, und in gewisser Weise erwies sich diese Behinderung \u2013 so unpassend das auch klingen mag \u2013 im Verlauf seines Bildungswegs als Segen. Seine Schwierigkeiten waren messbar und beweisbar, weshalb er w\u00e4hrend seiner gesamten Grund- und Sekundarschulzeit eine Dolmetscherin im Unterricht hatte. Dabei begegnete ich im Schulalltag vielen anderen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, die einfach anders waren in ihren Interessen, ihrer Art zu lernen oder zu kommunizieren. Die Unterschiede waren vielleicht nicht messbar wie der Taubheitsgrad, aber ihr Verhalten im Unterricht zeigte mir deutlich, dass sie in der Umgebung, in der sie t\u00e4glich mehrere Stunden verbrachten, ihre Schwierigkeiten hatten. In gewisser Weise wurde ich so zur pers\u00f6nlichen Assistentin einer Handvoll verschiedener Kinder; Kinder, die das Einmaleins nicht lernen, aber stundenlang \u00fcber Haiarten oder St\u00e4dte in Australien reden konnten. Manche kamen mit der kroatischen Syntax schwer zurecht, konnten aber m\u00fchelos komplexe S\u00e4tze im Englischen bilden. Meine Aufgabe bestand darin, mir die Geschichten anzuh\u00f6ren, die sie sonst niemandem erz\u00e4hlen konnten, Geschichten, die sonst als St\u00f6rung des Lernprozesses oder Tagtr\u00e4umereien abgetan worden w\u00e4ren, die in der Schule nichts zu suchen hatten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Twisted Tales richten sich vielleicht an Menschen, die aufgrund von sichtbaren, messbaren Schwierigkeiten anders sind oder stigmatisiert werden, aber dar\u00fcber hinaus vermitteln sie eine noch viel wichtigere Botschaft \u2013 eine Botschaft, die \u00fcber die Einschr\u00e4nkungen dieser Kinder hinausweist und die \u201enormalen\u201c Kinder anspricht, die sich problemlos in ihr Umfeld einf\u00fcgen. Und die Botschaft lautet: Wir sind alle anders. Es gibt kein gutes oder schlechtes \u201eAnders\u201c. Unterschiede sind die Grundlage unserer Pers\u00f6nlichkeiten, und wenn wir nur tief genug in uns hineinblicken, werden wir sehen, dass wir uns auch in denen wiedererkennen, die scheinbar vollkommen anders sind als wir, und auch in jenen, die wir \u00fcberhaupt nicht zuordnen k\u00f6nnen und die wir vielleicht einfach \u201ekomisch\u201c finden.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><strong>PERSPEKTIVE #5: Als jemand, die Stigmatisierung aufgrund ihrer \u00e4u\u00dferlichen Erscheinung erlebt hat<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Obwohl dieser letzte Ansatz unzul\u00e4ssig emotional erscheinen mag, m\u00f6chte ich als jemand sprechen, die in den verletzlichsten Jahren ihres Heranwachsens t\u00e4glich aufgrund ihres \u00c4u\u00dferen stigmatisiert wurde. Und das Traurigste dabei ist: Mein schlimmster Feind dabei war ich selbst.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Von meinen sechsunddrei\u00dfig Lebensjahren lebte ich nur die ersten Monate mit einem glatten Gesicht, ohne das H\u00e4mangiom, das fortan mit seinen violetten, geschwollenen F\u00e4usten meine Unterlippe, die rechte Seite meines Gesichts und mein rechtes Ohr umklammert halten w\u00fcrde. Zu sehen, dass du anders bist, und zu wissen, dass deine gr\u00f6\u00dfte Schwachstelle f\u00fcr alle sichtbar ist \u2013 und nicht nur f\u00fcr die, denen du sie offenbaren m\u00f6chtest \u2013, das ist, wie ich erst sp\u00e4ter lernen sollte, wahrlich eine isolierende Erfahrung, die einen trotz emotionaler Weiterentwicklung und Arbeit am Selbst nicht losl\u00e4sst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich wuchs in einem unterst\u00fctzenden famili\u00e4ren Umfeld auf, weshalb ich mit einem geradezu ansteckenden Selbstbewusstsein zur Schule ging. Meine Erinnerungen an die Grundschulzeit sind alles andere als grau; jeder gemeinen Bemerkung begegnete ich entweder mit Humor, indem ich sie ignorierte oder indem ich meinen Wert auf allen m\u00f6glichen Gebieten unter Beweis stellte. Mit diesem Ansatz wurde ich nat\u00fcrlich das \u201eperfekte Kind\u201c, unter dessen W\u00fcrde es war, zu weinen, Verletzlichkeit zu zeigen oder sich, trotz aller Bem\u00fchungen, dazuzugeh\u00f6ren, anders zu f\u00fchlen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich erinnere mich an das seltsame, \u00fcberw\u00e4ltigende Gef\u00fchl der Erleichterung, als ich als Studentin im Alter von 25 Jahren zum ersten Mal ein M\u00e4dchen traf, die \u00e4hnliche Erfahrungen gemacht hatte wie ich. Ich versp\u00fcrte ein Hochgef\u00fchl (<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Ich bin nicht alleine!<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">) und zugleich unglaubliche Wut (<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Diese Erkenntnis bedeutet mir jetzt in diesem Alter \u00fcberhaupt nichts mehr!<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">). Wie war es m\u00f6glich, dass es in der gleichen Stadt, zur gleichen Zeit (Anfang der 1990er Jahre) eine Gleichaltrige mit den gleichen Problemen gab, wie ich sie hatte? Warum waren wir uns nie begegnet? Wieso hatte ich den Begriff \u201eH\u00e4mangiom\u201c nie au\u00dferhalb meiner Familie oder des Krankenhauses geh\u00f6rt? Weshalb gab es in den Schulb\u00fcchern keine Abbildungen von Kindern, die in irgendeiner Weise anders waren? Warum bestraften die Lehrer*innen regelm\u00e4\u00dfig Mobbing, widmeten aber den Themen Empathie, Verst\u00e4ndnis, Akzeptanz und aktivem Zuh\u00f6ren keine einzige Stunde?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dann h\u00e4tte ich vielleicht leichter gelernt, womit ich mich noch immer schwertue: dass es okay ist, verletzlich zu sein, verletzt zu sein und \u00fcber manches nicht hinwegzukommen. Ich versuche mich damit zu tr\u00f6sten, dass wir in einer Zeit leben, in der einige lange vernachl\u00e4ssigte und totgeschwiegene Themen endlich Aufmerksamkeit erhalten, aber ganz tr\u00f6stet mich das nicht. Denn bestimmt sitzt auch heute irgendwo an einem wackeligen Tisch in einer abgelegenen Schule ein Alen, ein Ivan, eine Bianca oder eine Verena \u2026 Sie alle sind verletzlich auf ihre jeweils eigene Weise und alle auf ihre Weise mutig \u2013 eine Weise, die wie feiern sollten, \u00fcber die wir schreiben und von der wir lesen sollten, so dass schon die J\u00fcngsten lernen und sp\u00fcren k\u00f6nnen, dass sie nicht alleine sind.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich erinnere mich nicht an alle M\u00e4rchen, die ich in meinem Leben gelesen habe, aber ich denke, ich w\u00fcrde mich erinnern, wenn eines davon die Themen behandelt h\u00e4tte, die die verdrehten M\u00e4rchen von Twisted Tales erkunden. Ich w\u00fcrde mich daran erinnern, weil ich mir sicher bin, dass es mein Lieblingsm\u00e4rchen geworden w\u00e4re.\u00a0<\/span><\/p>\n\t\t<\/div>\r\n\t<\/div>\r\n\n\n\t<div class=\"lg:grid lg:grid-cols-6 lg:gap-6.25\">\r\n\t\t<figure class=\"lg:col-span-4 lg:col-start-2\">\r\n\t\t\t\t\t\t\t\r\n\t\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/twistedtales.tv\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/2-scaled.png\" alt=\"\" class=\"lazyload w-full block\" loading=\"lazy\">\r\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\r\n\t\t<\/figure>\r\n\t<\/div>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Kristina Te\u0161ija<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[76],"tags":[],"class_list":["post-2010","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lernen"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/twistedtales.tv\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2010","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/twistedtales.tv\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/twistedtales.tv\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/twistedtales.tv\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/twistedtales.tv\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2010"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/twistedtales.tv\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2010\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3054,"href":"https:\/\/twistedtales.tv\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2010\/revisions\/3054"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/twistedtales.tv\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2010"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/twistedtales.tv\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2010"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/twistedtales.tv\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2010"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}